Martina Biesenbach - Malerei und Objektkunst

Der Blick aufs Soziale, auf die ungeschönten Realitäten in den Grenzbereichen der modernen Industriegesellschaften, ist bei den 
zeitgenössischen bildenden Künstlern in Deutschland selten geworden. Anders als manche Protagonisten der Young 
British Art blenden sie die harten Fakten weitgehend aus, um einer entkontextua- lisierten l’art pour l’art zu frönen, die sich weiterhin als gesellschaftlich Sublimes versteht.

 

Eine Ausnahme stellt die Arbeit von Martina Biesenbach dar; auf der Grundlage einer langjährigen Beschäftigung im sozialarbeiterischen Bereich spart auch ihr künstler-isches Schaffen die brisanten sozialen Fragen, die in einer sich auflösenden Solidar-gemeinschaft virulent werden, nicht aus. 
Eine Neigung  etwa, die gesellschaftlichen Ränder pauschal zu glorifizieren, geht Biesenbach ab. 

 

Enno Stahl